Realverschmutzung oft geringer als auf dem Papier
Viele Regenklärbecken gelten nach A 102‑2 als „nicht ausreichend“. Doch in der Praxis erleben wir regelmäßig das Gegenteil: Die ausreichende Lösung steht längst da – sie wird nur rechnerisch falsch bewertet.
Warum passiert das?
- Pauschale flächenspezifische Stoffabträge können das Emissionspotenzial überschätzen
Die tatsächliche Belastung vieler Einzugsgebiete liegt oft deutlich unter den A 102-Standardwerten. Messungen beweisen: reale AFS‑Frachten sind oft 30–60 % niedriger. In solchen Fällen ist eine neue Bemessung des Beckens weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.
- Die Abflusswirksamkeit ist geringer als angenommen
Wenn die Abflusswirksamkeit real deutlich kleiner ist, steigt der rechnerische Wirkungsgrad - und genau das führt in vielen Kommunen zu unnötigem vermeintlichem „Handlungsdruck“.
Die Folge: Wer nicht misst, investiert ggf. zu schnell in Beton und Stahl. Wer misst, sieht reale Einsparpotenziale – und trifft bessere Entscheidungen.
Im nächsten Beitrag zeigen wir, wie Messdaten helfen, Sanierungen gezielt anzugehen, wenn sie trotz Messkampagne notwendig sind.