Digitale Hochwasserwarnung in Lechbruck am See – Präventiver Schutz durch autarke Pegelsensorik

Potenzielle Gefahr durch Regen

Die bayerische Gemeinde Lechbruck am See steht vor einer Herausforderung, die viele Kommunen in vergleichbarer Lage kennen: Das Gebiet wird durch mehrere kleine Zuflüsse geprägt, die sich bei Starkregenereignissen innerhalb kurzer Zeit in dynamische, schwer vorhersehbare Gewässer verwandeln können. In Lechbruck treffen die Abflüsse aus zwei eigenständigen Einzugsgebieten – dem Gruberbach mit 25,8 km² und dem Schwanbach mit 20,2 km² – im Klausmener Seebach zusammen, bevor sie in den Lechsee münden.

In dieser topografischen Konstellation entstehen schnell kritische Situationen, sobald die Niederschlagsmengen steigen. Für Feuerwehr und Bauhof ist es entscheidend, frühzeitig zu erkennen, wenn sich die Lage zuspitzt.

Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde gemeinsam mit NIVUS ein Pilotprojekt gestartet, das auf autarker Pegelsensorik und digitaler Datenübertragung basiert. Die Zielsetzung war klar formuliert: eine zuverlässige, energieautarke Lösung zur Wasserstandserfassung zu schaffen, die jederzeit ein präzises Bild der Situation liefert und bei drohendem Hochwasser automatisch alarmiert. Die Wahl fiel auf vier autarke Pegelsensoren, die an strategisch bedeutsamen Stellen in beiden Einzugsgebieten installiert wurden.

Autarke Sensoren überwachen Pegelstände

Seit sechs Monaten laufen die Sensoren im Regelbetrieb und übermitteln die Pegeldaten in stündlicher Taktung an das NIVUS Webportal. Die Plattform visualisiert nicht nur den aktuellen Zustand, sondern erlaubt es den Verantwortlichen auch, individuelle Alarmschwellen festzulegen. Wird ein kritischer Wasserstand überschritten, erhöht das System die Mess- und Übertragungsfrequenz automatisch, um ein engmaschigeres Monitoring zu ermöglichen. Das Zusammenspiel aus robuster Messtechnik und IoT-basierter Datenübertragung entspricht dem, was NIVUS seit Jahren verfolgt: verlässliche, universell einsetzbare Sensorik kombiniert mit digitalen Lösungen, die Anlagenbetreiber beim Verstehen und Steuern ihrer Prozesse unterstützen.

Gezieltere Maßnahmen

Ein wichtiger Vorteil liegt in der Möglichkeit, mit historischen Daten zu arbeiten. Entwicklungstrends werden sichtbar, Schwellenwerte können realitätsnäher definiert werden und Einsatzstrategien lassen sich fundierter planen. Die Kombination aus lokaler Sensorik und digitalem Zugriff sorgt darüber hinaus dafür, dass nicht nur der Bauhof, sondern auch Leitstellen oder Führungskräfte von unterwegs einen schnellen Überblick erhalten. In der Praxis entsteht so ein System, das nicht einfach nur misst, sondern Entscheidungsprozesse unterstützt.

Die Verantwortlichen in Lechbruck betonen, dass der Betrieb nach anfänglicher Einrichtung kaum Aufwand verursacht. Die Pegelsensoren arbeiten im Hintergrund, während das Portal automatisiert den Informationsfluss übernimmt. Auch dies entspricht den Ansätzen, die NIVUS in weiteren Anwendungen verfolgt, etwa bei Regenmonitoring-Systemen, zunehmend auf digitale Informationsdienste und netzwerkbasierte Sensorik setzen.

Fazit

Die Erfahrungen aus Lechbruck zeigen, dass digitale Hochwasserprävention mit vergleichsweise geringem technischen Aufwand möglich ist. Die Sensorik arbeitet zuverlässig und die Daten werden nutzerfreundlich aufbereitet. Für die Gemeinde entsteht ein Mehrwert, der weit über die reine Pegelerfassung hinausgeht: mehr Sicherheit, weniger Kontrollaufwand und ein klares Lagebild in Momenten, in denen Minuten entscheidend sein können.

„Das System verschafft uns zum ersten Mal die Sicherheit, frühzeitig eingreifen zu können, bevor es kritisch wird. Die autarken Sensoren laufen seit Monaten absolut zuverlässig – das erleichtert unsere Arbeit enorm“ 

betont Bürgermeister Werner Moll. Der Pilot in Lechbruck zeigt, wie Kommunen mit gezieltem Technikeinsatz ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Hochwasserereignissen erhöhen können. Die Kombination aus präziser Messtechnik, intelligenter Datenverarbeitung und klar strukturierten Alarmprozessen eröffnet auch für andere Gemeinden in ähnlichen Lagen neue Möglichkeiten der Prävention mit überschaubarem Mitteleinsatz – und liefert ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung in der Wasserwirtschaft einen konkreten Beitrag zur Sicherheit leisten kann.

Ausblick

Um ein noch umfassenderes Bild im Hochwassermonitoring zu erhalten, ist eine zusätzliche Überwachung der beiden Einzugsgebiete vorgesehen. Dazu sollen wenige autarke Regensensoren in den Einzugsgebieten aufgestellt werden. Diese messen, loggen und übertragen energieautark die Regenintensitäten. Die Daten werden in Echtzeit an ein Datenportal übertragen. Die Pegeldaten der autarken Levelmessungen bilden zusammen mit den gemessenen Niederschlagsintensitäten die Basis für belastbare Handlungsempfehlungen für Kommune und Rettungskräfte.


Eingesetzter Sensor: NivuLink Radar

Der NivuLink Radar ist ein batteriebetriebener IoT-Füllstandssensor, der speziell für langlebige und wartungsarme Pegelmessungen entwickelt wurde. Die Kombination aus präziser 63-GHz-Radartechnologie, integriertem Datenlogger und automatischer LTE-M/NB-IoT Übertragung macht ihn zu einer vollständigen „Install and Forget“-Lösung.

Die Energieeffizienz des Geräts setzt Maßstäbe: Laut NIVUS erreicht der Sensor über 10 Jahre Laufzeit. Diese außergewöhnlich lange Standzeit ist der Schlüssel dafür, dass auch entlegene Messstellen ohne externe Stromversorgung dauerhaft und sicher überwacht werden können.

Alle Messwerte werden im Gerät automatisch geloggt und anschließend vollständig automatisiert an das NIVUS WebPortal übertragen – sicher, zuverlässig und ohne Eingriff vor Ort. Diese Technologie entspricht dem IoT-Ansatz, den NIVUS auch bei seinen autarken Datenloggern verfolgt: Messdaten werden aufgezeichnet, gespeichert und bedarfsgerecht an die zuständigen Systeme gesendet, ohne dass eine Anfahrt zur Messstelle erforderlich ist.

Durch sein robustes, kompaktes Komplettdesign – Sensorik, Batterien und Funkmodul in einem Gehäuse – eignet sich der NivuLink Radar perfekt für schwer zugängliche Bachläufe, mobile Einsätze oder dauerhafte Hochwasserwarnsysteme. Die Kombination aus Präzision, Autarkie und extrem langer Laufzeit macht ihn zum idealen Messgerät für den Einsatz in Lechbruck.


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Autor

Sebastian Scheffler
Marktentwicklung und Forschung

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